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UMFRAGE April 2007 
 

Führungskräfte zeigen sich
steigendem Arbeitsdruck gewachsen

 
   

Führungskräfte empfinden Ihren Arbeitsalltag als zunehmend belastend. Sie erweisen sich aber bei näherer Betrachtung als stressresistent und als fähig, mit den wachsenden Anforderungen umzugehen. Dieser Eindruck ergibt sich nach Auswertung einer Umfrage, die der Deutsche Führungskräfteverband in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL Anfang Mai 2007 unter rund 1.100 Führungskräften durchgeführt hat. Bei einer Teilnahmequote von 60 Prozent beantworteten 660 Personen die nachfolgend in kursiv wiedergegebenen Fragen.

 

Wie beurteilen Sie Ihren Berufsalltag?

    wird zunehmend stressiger 64%      
    unverändert 34%      
    wird zunehmend entspannter 2%      

Fast zwei Drittel der Befragten sehen sich mit wachsendem Stress konfrontiert.

 

Bitte nennen Sie aus der folgenden Liste
den Faktor, der Ihnen in Ihrem Berufsalltag
am meisten zu schaffen macht:

    immer mehr Bürokratie 22%    
    Unsicherheiten durch Fusionsdruck, Outsourcing, Umorganisation u. ä. 21%    
    weniger Mitarbeiter, mehr Arbeit 20%    
    unrealistische Zielvorgaben 10%    
    komplexeres Arbeitsumfeld
(z.B. durch zunehmende Internationalität)
9%    
    Spielräume werden enger 6%    
    abnehmende Zahl der interessanten Schlüsselpositionen 4%    
    zu wenig positives Feedback 4%    
    stärkeren Kontrollen ausgesetzt
zu sein
3%    
    wachsende Ansprüche von Mitarbeitern 2%    

Einengende bürokratische Vorschriften, organisatorische Veränderungen aber auch Leistungsverdichtung durch Personalabbau führen die Rangliste der Stressfaktoren an. 

 

Wie beurteilen Sie den Konkurrenzdruck auf Führungsebene? 

    wird größer 37%      
    wird kleiner 1%      
    wird unfairer 19%      
    unverändert 43%      

 

Uneinheitlich ist die Bewertung der Frage, wie sich der Konkurrenzdruck entwickelt hat. Die Gruppe derer, die einen gewachsenen oder sogar größeren Konkurrenzdruck verspürt, ist nur geringfügig kleiner als diejenige, die keine Veränderungen feststellen kann. Aufschlussreich ist die Auswertung der Antworten auf die Frage, welcher Faktor der wichtigste für den beruflichen Erfolg sei (nur eine Antwort war zugelassen). Die Antworten "Netzwerke" und "Selbstmarketing" erzielten deutlich höhere Werte als "Mitarbeiterführung" oder "fachliche Qualifikation".

 

 
 

   
 

Das Ergebnis lässt unterschiedliche Interpretationen zu. Es könnte auf eine desillusionierte Haltung schließen lassen, wonach Kompetenz nur unzureichend belohnt werde. Es kann aber auch bedeuten, dass aus Sicht der Befragten eine gute Qualifikation, die nicht mit guten sozialen Kompetenzen einhergeht, für Führungskräfte heutzutage nicht mehr ausreicht.

 

Sind Sie zufrieden mit Ihrem derzeitigen Job?

    Ja sehr, mein Job füllt mich voll und ganz aus. 15%    
    Überwiegend ja, im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

46%

   
    Grundsätzlich bin ich zufrieden, aber der Druck hat zugenommen. 31%    
    Nein, ich fühle mich sehr überlastet/fühle mich in den Möglichkeiten beengt/falsch eingesetzt und würde gern einen anderen Job ausüben

9%

   

 

Ungeachtet der gestiegenen Belastung sind die Befragten aber weiterhin überwiegend mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Dies deutet auf eine große Belastbarkeit und eine gesunde Portion Pragmatismus hin. Die im Grundsatz positive Stimmung scheint auch auf einer intakten Vertrauensbasis zwischen Führungskräften und Unternehmen zu basieren. Die Frage "Haben Sie es schon erlebt, dass Arbeitgeber haltlose Behauptungen aufstellen oder falsche Spesenabrechnungen herangezogen haben, um unliebsame Führungskräfte los zu werden?" wurde wie folgt beantwortet: 
 

    Nein. Mein Unternehmen ist stets fair im Umgang mit seinen Mitarbeitern, auch bei Kündigungen. 30%    
    Nein. Es ist mir aber aus anderen Unternehmen bekannt. 17%    
    Ist mir nicht bekannt. 26%    
    Ja, solche Methoden greifen immer mehr um sich, um Mitarbeiter möglichst günstig los zu werden. 11%    
    Ist mir nicht bekannt, aber man darf sich nichts vormachen: In dieser Zeit kennen Arbeitgeber kaum noch so etwas wie ein soziales Gewissen 16%    

 


Hintergrundinformationen zur Studie 

Die Umfrageteilnehmer setzen sich zusammen aus Verbandsmitgliedern, die sich im Rahmen der im Winter 2006/2007 durchgeführten Mitgliederbefragung bereit erklärt hatten, regelmäßig für kurze Befragungen zur Verfügung zu stehen. Der Inhalt dieser Umfrage, der ersten seit der vorgenannten Mitgliederbefragung, wurde von der Redaktion des Wirtschaftsmagazins CAPITAL bestimmt.

Im Laufe des Jahres wird sich der Deutsche Führungskräfteverband in unregelmäßigen Abständen erneut an die Teilnehmer des Umfragepanels wenden, um ein Meinungsbild zu aktuellen politischen Themen zu gewinnen. Über die Ergebnisse wird in unserem Newsletter sowie unter www.manager-monitor berichtet.

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