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UMFRAGE August 2007
 

Ein differenzierter Blick auf die Themen Zuwanderung und Fachkräftemangel

 
   

Im Zuge der umfangreichen Befragung der Verbandsmitglieder der ULA-Verbände ( Ende 2006 bis Anfang 2007) hat der Deutsche Führungskräfteverband ein Umfragepanel mit 1.060 aktiv berufstätigen Führungskräften erstellt. Dessen Mitglieder werden künftig mehrfach pro Jahr zu aktuellen Themen befragt. Die letzte Umfrage fand Ende August zum Thema "Fachkräftemangel und Zuwanderung" statt.

Die erste von vier Fragen: "Gibt es einen Fachkräftemangel in Ihrem Unternehmen?" führte zu einem interessanten Ergebnis: Fachkräftemangel ist derzeit offenbar noch kein generelles Phänomen in der deutschen Wirtschaft, sondern tritt in den einzelnen Branchen in unterschiedlich großem Ausmaß auf.

In der Branchengruppe Metall / Stahl / Elektro und in den Bereichen Energie / Bergbau geben 87 beziehungsweise 77 Prozent der Befragten an, es gebe einen Fachkräftemangel in ihren Unternehmen. In der Chemie- und Pharmabranche liegt dieser Wert bei lediglich 45 Prozent.


Chemie / Pharma Metall / Stahl / Elektro Energie / Bergbau Alle Branchen
Ja 45% 87% 71% 54%
Nein 32% 10% 22% 29%
Nicht bekannt / Weiß nicht 23% 4% 9% 17%

Antworten auf die Frage:
Gibt es einen Fachkräftemangel in Ihrem Unternehmen?


Über die Folgen eines festgestellten Fachkräftemangels besteht branchenübergreifend Einigkeit.

Es fällt Mehrarbeit in großem Ausmaß an (78 Prozent aller Befragten). Knapp mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) können erkennen, dass die Arbeitgeber sich in Folge des Fachkräftemangels verstärkt um Nachwuchskräfte bemühen. Lediglich 17 Prozent der Befragten registrieren aktive Bemühungen ihrer Arbeitgeber um Fachkräfte aus dem Ausland. Eine noch kleinere Minderheit der Befragten stellt verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten für die angestammte Belegschaften in Folge eines Fachkräftemangels fest (sieben Prozent).


Chemie / Pharma Metall / Stahl / Elektro Energie / Bergbau Alle Branchen
Es fällt Mehrarbeit in großem Umfang an. 74% 84% 88% 78%
Mein Unternehmen bemüht sich verstärkt um die Gewinnung von Nachwuchskräften (etwa durch frühzeitige Bindung von Studenten oder Praktikanten). 59% 64% 50% 56%
Mein Unternehmen bemüht sich verstärkt um Fachkräfte aus dem Ausland. 20% 13% 9% 17%
Mein Unternehmen hat Aufträge verloren oder ablehnen müssen. 10% 27% 9% 14%
Die Beförderungsmöglichkeiten haben sich verbessert. 7% 7% 18% 7%

Antworten auf die Frage:
Wenn es einen Fachkräftemangel gibt, wie äußert sich dieser konkret?
(Mehrfachantworten sind möglich)


Was den derzeit laut werdenden Ruf nach Fachkräften aus dem Ausland angeht, zeigen sich die Befragten vorsichtig zurückhaltend. (Frage: Was sollte der Gesetzgeber aus Ihrer Sicht gegen den Fachkräftemangel unternehmen? (Mehrfachantworten sind möglich.)


Chemie / Pharma Metall / Stahl / Elektro Energie / Bergbau Alle Branchen
Die Investitionen in die Erstausbildung (Schulen, Berufsausbildung, Hochschulen) müssen erhöht werden. 89% 98% 96% 90%
Die berufliche Fort- und Weiterbildung muss besser gefördert werden. 75% 65% 69% 73%
Der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland (einschließlich Osteuropa) sollte erleichtert werden. 31% 33% 24% 30%
Die Lebensarbeitszeit muss verlängert werden. 12% 4% 9% 10%

Antworten auf die Frage:
Was sollte der Gesetzgeber aus Ihrer Sicht (gegen den Fachkräftemangel unternehmen?
(Mehrfachantworten sind möglich.)


Viel spricht dafür, dieses Ergebnis eher als Ausdruck der Skepsis gegenüber den eigenen Arbeitgebern und weniger gegenüber neuen Kollegen aus dem Ausland zu interpretieren: Führungskräfte haben in den letzten Jahren ein Rationalisierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm nach dem nächsten erlebt. Arbeitsabläufe wurden extrem verschlankt und die Personaldecke ausgedünnt. Auf den verbliebenen Fach- und Führungskräften lastet daher, dies belegen auch andere Umfragen der ULA-Mitgliedsverbände, ein massiver Leistungsdruck.

Demnach mögen die Befragten wohl nicht recht glauben, dass Zuwanderung die einzige verbliebene Option ist. Von Politik und Arbeitgebern erwarten sie daher, dass auch die Investitionen in die schulische, universitäre und berufliche Fort- und Weiterbildung massiv ausgebaut werden.

Auch ihre eigenen Arbeitgeber nehmen die Befragten aktiv in die Pflicht wie die Antworten auf die letzte Frage zeigen: Was sollten die Unternehmen aus Ihrer Sicht gegen den Fachkräftemangel tun? (Mehrfachnennungen sind möglich)


Chemie / Pharma Metall / Stahl / Elektro Energie / Bergbau Alle Branchen
Es muss mehr in die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern aller Altersklassen investiert werden. 79% 87% 64% 78%
Es sollten mehr Nachwuchskräfte und Hochschulabsolventen eingestellt werden. 73% 67% 87% 70%
Frühverrentungsmodelle müssen beendet werden. 38% 50% 27% 38%

Antworten auf Frage:
Was sollten die Unternehmen aus Ihrer Sicht gegen den Fachkräftemangel tun?
(Mehrfachnennungen sind möglich)




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